Kastanie & Zeder III
- enthält Werbung für meinen eigenen Onlineshop -
Alle Jahre wieder im Herbst sieht man in der Seifensiederszene Seifen mit Kastanien als besondere Zutat. Da beteilige ich mich doch glatt mit einem ganz unspektakulären Seiflein!
Die Früchte der Rosskastanie enthalten eine Menge Saponine, sorgen also für Extra-Schaum in der Seife. Wenn Autos im Herbst über regennasse Straßen fahren und dabei Kastanien zerdrücken, lösen sich diese Substanzen und lassen Schaumränder an den Pfützen entstehen. Es gibt Menschen, die waschen sogar ihre Wäsche mit Kastaniensud - eine ganz natürliche Alternative zu Waschmitteln aus der Chemiefabrik.
Speziell diese Handvoll Kastanien musste ich einfach verarbeiten. Eine davon war mir ganz frech direkt vor die Füße gefallen, nur knapp am Kopf vorbei! Wenn das keine Aufforderung für mich ist! Um sie in meine Seife zu bringen, habe ich eine Art Milch hergestellt. Dafür habe ich die harten Früchte aufgeschnitten und das weichere, weiße Innere ausgelöst und verwendet. Mit destilliertem Wasser knapp bedeckt, etwa 10 Minuten gekocht und nach dem Abkühlen fein püriert und gesiebt, ergibt das eine sehr hellen, milchartigen Extrakt.
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| Als Seifenzutat werden die Kastanien gehackt, gekocht, püriert und durchgeseiht. |
Die Lauge direkt mit dieser Milch anzurühren ist mir ehrlich gesagt zu viel Sauerei! Bei meinen früheren Kastanienseifen wurde beim Auflösen von NaOH direkt im Kastaniensud dicker Pudding daraus. Ob sich da immer alles löst, bleibt fraglich und zum Durchseihen ist die Masse zu dickflüssig. Solche speziellen Zusätze gebe ich seit einiger Zeit lieber direkt zu den geschmolzenen Fetten und Ölen, bevor ich sie mit der Lauge verheirate. Das ist herrlich unkompliziert und gibt mir ein sicheres Gefühl, dass keine ätzenden Laugenkörnchen ungelöst übrig bleiben!
Für die Auswahl der Fette und Öle bin ich einmal quer durch meine Ölkiste gegangen und habe ein paar Reste verbraucht. Und seit ich meine allererste Kastanienseife mit dem PÖ Ceder-Safran von den Verseifern beduftet habe, steht dieser warm-würzige Duft für mich signaturmäßig für meine Kastanienseife. Inzwischen ist diese Charge schon die 3. ihrer Art.
Innere Werte:
- Öle und Fette: Palmkernfett, Straußenfett, Rindertalg, Avocadoöl, Pflaumenkernöl, Haselnussöl, Rizinusöl, Jojobaöl
- Lauge: Gesamtflüssigkeitsmenge 31 %, davon ca. 60 % dest. Wasser, NaOH für 8 % Laugenunterschuss, Salz
- Zusätze: Kastanienmilch, ca. 40 % der Gesamtflüssigkeitsmenge
- Farbe: -
- Duft: 4 % PÖ Ceder-Safran (Verseifer)
- Stempel: Kastanie
So eine schlichte Seife kann ich natürlich nicht unbestempelt lassen. Ich bin schon ein bisschen stolz darauf, dass ich endlich einen Kastanienstempel entworfen habe, der wirklich nach Kastanie aussieht und sich gleichzeitig nicht allzu kompliziert beim Stempeln verhält.
Den Seifenstempel "Kastanie" gibt es zusammen mit anderen herbstlichen Stempelmotiven jetzt neu in meinem Onlineshop "Frau M. macht Seifentools".




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